(Lenzerheide GR). Am Sonntag ist es in Lenzerheide zu einem Selbstunfall durch einen Neulenker gekommen.
Zwei Fahrzeuginsassen wurden leicht verletzt.
Polizei.news | Kanton Graubünden | Täglich aktuell
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ereignis: Selbstunfall mit Fahrzeugüberschlag.
- Ort: Lenzerheide, Kanton Graubünden.
- Unfallstelle: Julierstrasse H3a, Höhe Talstation Rothornbahn.
- Zeitpunkt: Sonntag, gegen 00.45 Uhr.
- Autolenker: 18-jähriger Neulenker.
- Insassen: Vier Personen.
- Fahrtrichtung: Von Chur nach Lenzerheide.
- Unfallhergang: Auto geriet in einer Rechtskurve ins Schleudern und prallte gegen eine Böschung.
- Folgen: Fahrzeug überschlug sich und blieb auf dem Dach auf der Gegenfahrbahn liegen.
- Verletzte: Autolenker und ein Mitfahrer leicht verletzt.
- Selbstrettung: Alle vier Insassen konnten das Auto selbständig verlassen.
- Fahrzeug: Stark beschädigt und abgeschleppt.
- Ermittlungen: Kantonspolizei Graubünden klärt die Unfallursache ab.
Ein 18-jähriger Autolenker fuhr am Sonntag gegen 00.45 Uhr zusammen mit drei Freunden auf der Julierstrasse H3a von Chur in Richtung Lenzerheide. In einer Rechtskurve auf Höhe der Talstation Rothornbahn geriet das Fahrzeug ins Schleudern, überquerte die Fahrbahn und prallte in die leicht ansteigende Böschung.
Dort überschlug sich das Fahrzeug und kam auf dem Dach liegend auf der Gegenfahrbahn zum Stillstand.
Alle vier Insassen konnten das Fahrzeug selbständig verlassen. Durch den Aufprall zogen sich der Lenker und ein Mitfahrer leichte Verletzungen zu. Der Lenker ist erst seit kurzem im Besitz des Führerausweises.
Das stark beschädigte Auto musste abgeschleppt werden. Die Kantonspolizei Graubünden klärt die Unfallursache ab.
Quelle: Kantonspolizei Graubünden
Bildquelle: Kantonspolizei Graubünden
Polizei.news | Sicher fahren auf Bergstrassen
Kurven, Schleudergefahr und Fahrzeugkontrolle: Sicher durch die Berge
Schweizer Bergstrassen stellen besondere Anforderungen an Autofahrende. Enge Kurven, Steigungen, Gefälle und wechselnde Fahrbahnverhältnisse verlangen eine vorausschauende Fahrweise. In höheren Lagen können zudem tiefe Temperaturen, Nässe oder winterliche Verhältnisse die Haftung der Reifen beeinträchtigen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) empfiehlt deshalb, die Geschwindigkeit stets den tatsächlichen Strassenbedingungen anzupassen und genügend Sicherheitsreserven einzuplanen.
1. Vor der Kurve bremsen, nicht erst mitten darin
Eine wichtige Grundregel beim Fahren auf kurvenreichen Strassen lautet: Die Geschwindigkeit muss bereits vor der Kurve so weit reduziert werden, dass das Fahrzeug kontrolliert hindurchgelenkt werden kann. Besonders enge oder unübersichtliche Kurven sollten nicht unterschätzt werden. Starkes Bremsen oder abrupte Lenkbewegungen während der Kurvenfahrt können die verfügbare Reifenhaftung zusätzlich beanspruchen. Entscheidend ist eine gleichmässige, vorausschauende Fahrweise mit ausreichend Reserven für unerwartete Situationen.
2. Warum Autos überhaupt ins Schleudern geraten
Die Reifen können nur eine begrenzte Kraft auf die Fahrbahn übertragen. In einer Kurve müssen sie das Fahrzeug seitlich führen und gleichzeitig gegebenenfalls Brems- oder Antriebskräfte übertragen. Wird die verfügbare Haftung überschritten, können die Räder die Seitenführung verlieren. Das Fahrzeug beginnt zu rutschen. Je nach Situation kann es über die Vorderräder nach aussen schieben oder mit dem Heck ausbrechen. Nasse, verschmutzte, schneebedeckte oder vereiste Fahrbahnen verringern die verfügbare Haftung zusätzlich. Eine angepasste Geschwindigkeit ist deshalb besonders wichtig.
3. Bei Dunkelheit gilt das Fahren auf Sicht
Auf unbeleuchteten Bergstrassen ist die Sichtweite häufig durch Kurven, Kuppen und die Reichweite der Scheinwerfer begrenzt. Nach den Schweizer Verkehrsregeln muss die Geschwindigkeit so gewählt werden, dass innerhalb der überblickbaren Strecke angehalten werden kann. Wo das Kreuzen schwierig ist, muss innerhalb der halben überblickbaren Strecke angehalten werden können. Besonders bei Dunkelheit sollten Autofahrende deshalb vorsichtig fahren und jederzeit mit Hindernissen, Wildtieren oder entgegenkommenden Fahrzeugen rechnen.
4. Reifen und Fahrbahnzustand beeinflussen die Sicherheit
Die Reifen stellen den einzigen direkten Kontakt zwischen Auto und Strasse her. Ihr Zustand beeinflusst die Haftung beim Bremsen, Beschleunigen und Lenken. Die BFU empfiehlt, Reifen regelmässig auf Profiltiefe, Beschädigungen und korrekten Luftdruck zu kontrollieren. Für winterliche Strassenverhältnisse sollten geeignete Winterreifen verwendet werden. Zwar besteht in der Schweiz keine generelle Winterreifenpflicht, doch muss ein Fahrzeug jederzeit betriebssicher sein und den Strassenverhältnissen entsprechend gefahren werden. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter; für Winterreifen werden mindestens vier Millimeter empfohlen.
5. Was elektronische Stabilitätssysteme leisten können
Moderne Autos verfügen in der Regel über ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP oder ESC). Dieses erkennt bestimmte instabile Fahrsituationen und kann durch gezieltes Bremsen einzelner Räder sowie Eingriffe in die Motorleistung helfen, das Fahrzeug zu stabilisieren. Solche Systeme können das Schleuderrisiko reduzieren, aber die physikalischen Grenzen der Reifenhaftung nicht überwinden. Bei deutlich überhöhter Geschwindigkeit oder sehr geringer Haftung kann auch ein Stabilitätsprogramm einen Kontrollverlust nicht in jeder Situation verhindern.
6. Neulenkende: Fahrpraxis und Weiterbildung sind entscheidend
Wer erst seit kurzer Zeit einen Führerausweis besitzt, verfügt meist über weniger Erfahrung mit anspruchsvollen Verkehrssituationen. Besonders nächtliche Fahrten, kurvenreiche Strecken und schwierige Witterungsbedingungen können die Anforderungen erhöhen. In der Schweiz wird der Führerausweis der Kategorie B beim erstmaligen Erwerb grundsätzlich für drei Jahre auf Probe erteilt. Während der Probezeit muss die vorgeschriebene Weiterbildung absolviert werden. Dabei werden unter anderem Gefahrenwahrnehmung, Bremsen und das Erkennen fahrdynamischer Grenzen behandelt. Die Weiterbildung soll dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und sicherheitsbewusst zu handeln.
7. Sicherheitsgurte schützen auch bei einem Fahrzeugüberschlag
Ein korrekt angelegter Sicherheitsgurt gehört zu den wichtigsten Schutzsystemen im Auto. Er hilft, die Insassen bei starken Verzögerungen und bei einem Überschlag im vorgesehenen Sitzbereich zu halten. Dadurch kann das Risiko schwerer Verletzungen erheblich reduziert werden. Wichtig ist, dass alle Mitfahrenden angeschnallt sind – auch auf den Rücksitzen und bei kurzen Fahrten. Der Beckengurt sollte tief über dem Becken und der Schultergurt korrekt über die Schulter verlaufen. Sitzposition und Kopfstützen sollten vor Fahrtbeginn eingestellt werden.
Gut zu wissen: Das Risiko eines Kontrollverlusts hängt nicht allein von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Auch die Kurvenform, der Fahrbahnzustand, die Bereifung, die Fahrzeugbeladung und das Fahrverhalten spielen eine Rolle. Deshalb kann selbst eine Geschwindigkeit unterhalb der signalisierten Höchstgeschwindigkeit für eine bestimmte Kurve oder bei schwierigen Verhältnissen zu hoch sein.
Praktischer Tipp: Kontrollieren Sie vor einer Fahrt auf kurvenreichen Bergstrassen Reifen, Beleuchtung und Wetterverhältnisse. Reduzieren Sie vor unübersichtlichen Kurven frühzeitig die Geschwindigkeit und vermeiden Sie hektische Lenk- oder Bremsmanöver. Wenn die Fahrbahn nass, verschmutzt oder möglicherweise vereist ist, fahren Sie besonders vorsichtig. Planen Sie genügend Zeit ein, damit kein unnötiger Zeitdruck entsteht.
Weitere Informationen: Hinweise zu Verkehrsgefahren, winterlichen Strassenverhältnissen und Verkehrssicherheit finden Sie auf Polizeinews Prävention.
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion